Zukunftsjobs Energie · 13 Min. Lesezeit · Inhaltlich aktualisiert am
Du möchtest Mitarbeitende für neue Aufgaben qualifizieren oder selbst beruflich weiterkommen? Öffentliche Förderung kann eine Weiterbildung finanziell deutlich erleichtern. Entscheidend ist, welcher Weg zu deiner Situation, deinem Lernziel und dem gewählten Kurs passt.
Diese Übersicht führt dich durch die wichtigsten Möglichkeiten für Handwerk und Energie: Beschäftigtenförderung nach dem Qualifizierungschancengesetz, Qualifizierungsgeld und Bildungsgutschein. Du erfährst, wer unterstützt werden kann, welche Kosten oder Einkommensausfälle berücksichtigt werden und wie du eine fundierte Förderberatung vorbereitest.
Welche Situation beschreibt dein Vorhaben?
- Du möchtest dein bestehendes Team weiterbilden.
- Prüfe die Beschäftigtenförderung nach § 82 SGB III: Zuschüsse zu Lehrgangskosten und zum Arbeitsentgelt während der weiterbildungsbedingten Ausfallzeit. Zur Beschäftigtenförderung ↓
- Der Strukturwandel verändert Arbeitsplätze in deinem Betrieb.
- Qualifizierungsgeld kann passen, wenn Weiterbildung eine nachhaltige Beschäftigung im selben Betrieb sichern soll und die besonderen Voraussetzungen erfüllt sind. Zum Qualifizierungsgeld ↓
- Du suchst Arbeit oder möchtest drohende Arbeitslosigkeit abwenden.
- Besprich mit der Agentur für Arbeit, ob ein Bildungsgutschein für dein berufliches Ziel infrage kommt. Zum Bildungsgutschein ↓
Du musst den Förderweg noch nicht selbst abschließend bestimmen. Beschreibe zuerst dein Ziel und deine Ausgangslage. Daraus lässt sich die passende Beratung ableiten.
Die drei Möglichkeiten im direkten Vergleich
| Frage | Beschäftigtenförderung / QCG | Qualifizierungsgeld | Bildungsgutschein |
|---|---|---|---|
| Typische Ausgangslage | Neue Fähigkeiten im bestehenden Arbeitsverhältnis aufbauen | Beschäftigung durch Qualifizierung im Strukturwandel sichern | Arbeitslosigkeit beenden, drohende Arbeitslosigkeit abwenden oder im Rahmen einer Beschäftigtenförderung lernen |
| Wofür gibt es Unterstützung? | Lehrgangskosten und förderfähiger Arbeitsentgeltausfall | Teilweiser Ersatz des durch Weiterbildung entfallenden Nettoentgelts | Bewilligte Weiterbildungskosten; mögliche weitere Kosten nach Einzelfall |
| Wer trägt die Kurskosten? | Je nach Förderquote ganz oder teilweise die Agentur für Arbeit | Arbeitgeber; zulässige Finanzierung durch Dritte möglich | Im bewilligten Umfang die Agentur für Arbeit |
| Wer bereitet den Weg vor? | Betrieb und Beschäftigte gemeinsam mit dem Arbeitgeber-Service | Arbeitgeber mit Zustimmung der Beschäftigten | Teilnehmende mit der Agentur für Arbeit; Beschäftigte beziehen den Betrieb ein |
| Was wird zugelassen? | Bildungsträger und konkrete Maßnahme | Bildungsträger; keine zusätzliche AZAV-Maßnahmenzulassung erforderlich | Bildungsträger und konkrete Maßnahme |
Die Begriffe überschneiden sich: „QCG“ ist die gebräuchliche Bezeichnung für einen Förderrahmen der Beschäftigtenqualifizierung. Ein Bildungsgutschein ist eine Bescheinigung der Fördervoraussetzungen und kann auch in diesem Rahmen eingesetzt werden. Qualifizierungsgeld ist dagegen eine eigene Entgeltersatzleistung. Es ist keine zusätzliche Kurskostenpauschale.
Grundlagen: § 81 SGB III, § 82 SGB III und § 82a SGB III.
Beschäftigtenförderung: KI-Kompetenz aufbauen und den Betrieb entlasten
Du möchtest Mitarbeitende für Aufgaben qualifizieren, die über ihre bisherigen Kenntnisse hinausgehen? Die Förderung nach § 82 SGB III kann Weiterbildung im bestehenden Arbeitsverhältnis unterstützen. Für einen Handwerks- oder Energiebetrieb ist das beispielsweise interessant, wenn Mitarbeitende KI für Informationsarbeit, eigene digitale Anwendungen oder die Gestaltung von Prozessen erlernen sollen.
Die Förderung hat zwei getrennte Bausteine. Einer betrifft die Lehrgangskosten. Der andere betrifft das Arbeitsentgelt für die Zeit, in der Beschäftigte wegen der Weiterbildung nicht arbeiten. Eine Bewilligung ist vor dem Start mit der Agentur für Arbeit zu klären.
| Betriebsgröße | Lehrgangskosten | Förderfähiges Arbeitsentgelt |
|---|---|---|
| Unter 50Beschäftigte | Grundsätzlich100 % | 75 % |
| 50 bis 499Beschäftigte | 50 % | 50 % |
| Ab 500Beschäftigte | 25 % | 25 % |
Die Tabelle zeigt die reguläre Staffelung. Für die Größenbestimmung können verbundene Unternehmen maßgeblich sein. Bei Beschäftigten ab 45 Jahren oder mit Schwerbehinderung sollen in Betrieben unter 500 Beschäftigten die Lehrgangskosten vollständig übernommen werden. Unter bestimmten Voraussetzungen sind weitere Erhöhungen möglich.
Fördersätze und Sonderregelungen bei der Bundesagentur für Arbeit. Auf unserer QCG-Seite findest du die betriebliche Einordnung und weitere Hinweise.
Welche Voraussetzungen gelten für die Beschäftigtenförderung?
Eine Weiterbildung wird nicht allein deshalb förderfähig, weil sie KI behandelt. Geprüft werden die konkrete Maßnahme, die persönliche Ausgangslage und die gesetzlichen Bedingungen. Für die Förderung nach § 82 SGB III gehören insbesondere folgende Punkte dazu:
- Umfang: Die Weiterbildung umfasst mehr als 120 Stunden.
- Inhalt: Sie vermittelt Fähigkeiten über eine kurzfristige, ausschließlich arbeitsplatzbezogene Einweisung hinaus.
- Zulassung: Der Bildungsträger und die konkrete Maßnahme sind für die Förderung zugelassen.
- Vorherige Qualifizierung: Der Berufsabschluss liegt in der Regel mindestens zwei Jahre zurück. Auch eine frühere Förderung nach dieser Vorschrift innerhalb der letzten zwei Jahre wird geprüft.
- Keine gesetzliche Pflichtschulung: Maßnahmen, zu denen der Arbeitgeber bundes- oder landesrechtlich verpflichtet ist, sind ausgeschlossen.
Für deine Planung heißt das: Besorge die Unterlagen zum tatsächlich gewünschten Kurs und Zeitmodell. Eine allgemeine Aussage über die Zulassung eines Anbieters reicht nicht, wenn der konkrete Kurs noch nicht geklärt ist. Rechtsgrundlage und Ausnahmen: § 82 SGB III.
Was bedeutet ein Zuschuss zum Arbeitsentgelt konkret?
Bei einer Teilzeitweiterbildung teilen sich Lernzeit und Arbeitszeit den Wochenplan. Für regulär geleistete Arbeit zahlt der Betrieb das Gehalt wie vereinbart. Die Förderung bezieht sich auf den anerkannten Arbeitsausfall durch die Weiterbildung. Deshalb ist „75 % Gehaltszuschuss“ ohne diese Einordnung missverständlich.
Rechenbeispiel zur Orientierung
Angenommen, die Agentur für Arbeit erkennt für den betrachteten Zeitraum 1.200 Euro als förderfähige Arbeitsentgeltbasis an. Bei einem bewilligten Zuschuss von 75 % wären das 900 Euro Förderung. Von dieser angenommenen Basis verbleiben 300 Euro beim Betrieb.
Die 1.200 Euro sind keine automatische Ableitung aus einem Monatsgehalt. Die tatsächliche Berechnungsgrundlage, berücksichtigte Zeiten und bewilligten Beträge werden im Verfahren festgelegt.
Plane Lehrgangskosten, verbleibende Arbeitsentgeltkosten und organisatorischen Aufwand getrennt. So siehst du, welche Entlastung die Förderung schafft und welche Ressourcen dein Betrieb selbst einbringen muss. Dazu gehören insbesondere Vertretung, Lernarbeitsplatz und Zeit für den späteren Einsatz der neuen Fähigkeiten.
Qualifizierungsgeld: Beschäftigung im Strukturwandel sichern
Qualifizierungsgeld richtet sich an Beschäftigte, deren berufliche Perspektive durch den Strukturwandel gefährdet ist und durch Weiterbildung im selben Betrieb gesichert werden kann. Es passt zu einer begründeten betrieblichen Veränderung mit entsprechendem Qualifizierungsbedarf. Allgemeines Interesse an KI allein belegt diesen Bedarf noch nicht.
Die Leistung ersetzt einen Teil des weiterbildungsbedingten Entgeltausfalls. Die Kursfinanzierung liegt beim Arbeitgeber; eine zulässige Kostenübernahme durch Dritte ist möglich. Die Beschäftigten dürfen die Weiterbildungskosten nicht tragen. Auch Sozialversicherungsbeiträge sind in der betrieblichen Planung zu berücksichtigen.
Die wichtigsten betrieblichen Anforderungen
- Ein strukturwandelbedingter Qualifizierungsbedarf betrifft mindestens 10 % der Beschäftigten bei Betrieben unter 250 Beschäftigten beziehungsweise mindestens 20 % ab 250 Beschäftigten.
- Eine Betriebsvereinbarung oder ein betriebsbezogener Tarifvertrag beschreibt den Bedarf, die Beschäftigungsperspektive und die Nutzung des Qualifizierungsgeldes.
- Bei weniger als zehn Beschäftigten kann stattdessen eine schriftliche Erklärung des Arbeitgebers ausreichen.
- Die Beschäftigten stimmen der Qualifizierung zu. Auch die persönlichen Voraussetzungen werden geprüft.
Die Weiterbildung muss mehr als 120 Stunden umfassen und über eine kurzfristige Anpassung an den konkreten Arbeitsplatz hinausgehen. Der Träger benötigt eine Zulassung. Anders als bei der Förderung nach § 82 ist keine gesonderte AZAV-Zulassung der Maßnahme erforderlich; die inhaltlichen Förderbedingungen gelten trotzdem.
Voraussetzungen nach § 82a SGB III und Erläuterungen der Bundesagentur zu Nachweisen, Kosten und Zulassung.
Wie wird Qualifizierungsgeld berechnet und beantragt?
Qualifizierungsgeld beträgt 60 % der maßgeblichen pauschalierten Nettoentgeltdifferenz. Für Personen, die die Voraussetzungen für den erhöhten Leistungssatz erfüllen, sind es 67 %. Die Bundesagentur erläutert dies insbesondere für Beschäftigte mit Kind. Es geht um eine rechnerisch bestimmte Differenz zwischen Soll- und Ist-Entgelt, nicht pauschal um diesen Anteil des gesamten bisherigen Nettogehalts.
Vereinfachtes Beispiel: Wenn die maßgebliche Nettoentgeltdifferenz rechnerisch 1.000 Euro beträgt, entsprechen 60 % davon 600 Euro und 67 % davon 670 Euro. Das Beispiel illustriert nur die Prozentsätze. Die tatsächliche Berechnung berücksichtigt den vorgesehenen Referenzzeitraum und den durchschnittlichen weiterbildungsbedingten Ausfall.
Für die betreffenden Lernzeiten muss ein Arbeitsausfall mit Entgeltausfall vorgesehen sein. Bei Betrieben unter zehn Beschäftigten ist dieser mit den Betroffenen individuell zu vereinbaren. Der Arbeitgeber beantragt, berechnet und zahlt die Leistung an die Beschäftigten aus; die Agentur für Arbeit erstattet nachträglich. Die Bundesagentur empfiehlt, den Antrag spätestens drei Monate vor Beginn einzureichen. Binde deshalb Lohnabrechnung und zuständige betriebliche Vertretungen früh ein.
Für dieselbe Maßnahme ist Qualifizierungsgeld keine Ergänzung zur Förderung nach § 82. Die beiden Instrumente müssen als Alternativen geprüft werden. Berechnung nach § 82b SGB III, Antrag und Zeitplanung sowie Abgrenzung in § 82a SGB III.
Bildungsgutschein: Weiterbildung für deine berufliche Perspektive
Ein Bildungsgutschein bestätigt, dass die Voraussetzungen für eine bestimmte Weiterbildungsförderung vorliegen. Er kann insbesondere helfen, Arbeitslosigkeit zu beenden oder eine drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden. Auch im bestehenden Arbeitsverhältnis kann er im Rahmen der Beschäftigtenförderung relevant sein.
In der Beratung wird geklärt, welches berufliche Ziel du erreichen möchtest und ob die Weiterbildung dafür notwendig beziehungsweise nach den gesetzlichen Voraussetzungen förderfähig ist. Der Gutschein kann zeitlich, regional und auf ein bestimmtes Bildungsziel begrenzt sein. Ein ausgesuchter Kurs muss zu diesen Bedingungen passen.
Bildungsträger und Maßnahme müssen zugelassen sein. Der ausgewählte Träger legt den Gutschein vor Kursbeginn bei der Agentur für Arbeit vor. Deshalb sollten Kursstart und Teilnahme erst verbindlich mit der bewilligten Förderung abgestimmt werden. Grundlage: § 81 SGB III.
Wenn du vom Jobcenter betreut wirst, beginne bei deiner dortigen Ansprechperson. Seit 2025 erfolgen Entscheidung und Finanzierung der beruflichen Weiterbildungsförderung auch für Jobcenter-Kundinnen und -Kunden durch die Agentur für Arbeit. Informationen der Bundesagentur zur Zuständigkeit.
Welche Kosten können übernommen werden – und was ist mit dem Lebensunterhalt?
Bei bewilligter Förderung mit Bildungsgutschein können die Lehrgangskosten vollständig übernommen werden. Dazu können erforderliche Lernmittel und Prüfungsgebühren gehören. Abhängig von der persönlichen Situation kommen notwendige Fahrkosten, Kinderbetreuung sowie auswärtige Unterbringung und Verpflegung hinzu. Es werden die im Einzelfall anerkannten Kosten berücksichtigt.
Frage bei einem Online-Kurs konkret nach den tatsächlich benötigten Leistungen. Welche Technik stellt der Anbieter bereit? Welche Lernmittel sind im Kurs enthalten? Entstehen notwendige Betreuungskosten? Diese Fragen machen aus dem allgemeinen Hinweis „förderfähig“ eine brauchbare Kostenplanung. Kostenarten nach § 83 SGB III und Lehrgangskosten nach § 84 SGB III.
Ein Bildungsgutschein ist kein frei verfügbares Guthaben und keine eigene monatliche Gehaltszahlung. Wenn du während des Arbeitslosengeldbezugs eine geförderte Weiterbildung beginnst, wird Arbeitslosengeld in der Regel weitergezahlt. Kläre die Absicherung deines Lebensunterhalts passend zu deinem Leistungsbezug vor dem Start. Bildungsgutschein und Leistungsbezug bei der Bundesagentur.
Weiterbildungsgeld und Qualifizierungsgeld sind verschieden
Das Weiterbildungsgeld von monatlich 150 Euro ist an bestimmte abschlussorientierte Weiterbildungen gebunden. Es gehört nicht automatisch zu jedem geförderten Kurs. Ein KI-Zertifikatskurs führt allein deshalb noch nicht zu diesem Anspruch. Prüfe deshalb, welcher Abschluss tatsächlich erworben wird. Voraussetzungen nach § 87a SGB III.
Drei Beispiele aus Handwerk und Energie
Die folgenden Situationen sind illustrative Orientierungshilfen, keine zugesagten Förderfälle.
Ein SHK-Betrieb möchte sein Büro für KI qualifizieren
Eine Mitarbeiterin soll Kundenanfragen besser aufbereiten und Dokumente mit KI bearbeiten können. Sie bleibt beschäftigt und lernt in einem abgestimmten Teilzeitmodell. Hier ist die Beschäftigtenförderung ein naheliegender Prüfweg. Der Betrieb stellt Kursunterlagen, Lernzeiten und Beschäftigungsdaten zusammen und klärt mit dem Arbeitgeber-Service die Voraussetzungen.
Die entscheidende Frage: Welche Fähigkeiten werden aufgebaut und für welche Lernzeit fällt tatsächlich Arbeit aus? Daraus entstehen eine klare Bedarfsbeschreibung und eine nachvollziehbare Planung.
Ein Unternehmen verändert Tätigkeiten und braucht neue Kompetenzen
Technologische Veränderungen betreffen einen wesentlichen Teil der Belegschaft. Eine Weiterbildung soll die Beschäftigung im Betrieb sichern. Hier kann Qualifizierungsgeld geprüft werden. Das Unternehmen muss den Bedarf und die erwartete Beschäftigungsperspektive konkret belegen und die Kursfinanzierung einplanen.
Die entscheidende Frage: Welche Tätigkeiten verändern sich, wer ist betroffen und wie ermöglicht die Qualifizierung eine nachhaltige Weiterbeschäftigung? Die reine Anschaffung einer neuen Software beantwortet diese Fragen noch nicht.
Eine erfahrene Bürokraft sucht eine neue Perspektive
Nach einer Tätigkeit im Handwerksbüro möchte eine arbeitssuchende Person künftig auch digitale Dokumenten- und Kommunikationsaufgaben übernehmen. Ein Bildungsgutschein kann ein geeigneter Prüfweg sein. Für das Gespräch helfen bisherige Tätigkeiten, passende Stellenanzeigen und eine Kursbeschreibung.
Die entscheidende Frage: Welche konkrete Kompetenzlücke schließt die Weiterbildung für das angestrebte berufliche Ziel? Eine nachvollziehbare Verbindung zwischen Erfahrung, Lerninhalt und künftiger Tätigkeit unterstützt die Beratung.
Online und in Teilzeit lernen: Was du vorher planen solltest
Förderung und Lernorganisation müssen zusammenpassen. FJI bietet KI-Weiterbildungen auch online und in Teilzeit an. Besprich den konkreten Tagesplan, die Dauer und die erforderliche Freistellung. Weniger Lernzeit pro Tag bedeutet einen längeren Gesamtzeitraum.
Für Beschäftigte muss klar sein, wann gelernt und wann gearbeitet wird. Plane eine Vertretung für Kundenkontakt und dringende Aufgaben. Für Arbeitssuchende sind etwa Betreuung, Erreichbarkeit und der bewilligte zeitliche Umfang abzustimmen. Eine Online-Weiterbildung benötigt ebenso einen geeigneten Arbeitsplatz und verlässliche Lernzeit.
Lege Kursunterlagen und Zeitplan gemeinsam vor. So können betriebliche Planung und Förderentscheidung auf denselben Angaben beruhen. Ändert sich der Start oder der Umfang, kläre die Folgen vorab mit dem Anbieter und der zuständigen Stelle.
Mit diesen Unterlagen wird die Beratung konkret
Du brauchst zum Einstieg keine vollständig fertige Antragsmappe. Eine verständliche Beschreibung deines Vorhabens spart aber Rückfragen. Die verbindliche Liste der Nachweise erhältst du von der zuständigen Stelle.
Für Arbeitgeber
- Aufgaben und Weiterbildungsziel der vorgesehenen Beschäftigten.
- Betriebsgröße und gegebenenfalls Unternehmensverbindungen.
- Beschäftigung, Arbeitszeiten und Angaben zur Qualifikation.
- Kursbeschreibung, Kosten, Zulassungsangaben und Lernplan.
- Bei Qualifizierungsgeld zusätzlich: dokumentierter Veränderungsbedarf, Beschäftigungsperspektive und erforderliche betriebliche Regelung.
Für Einzelpersonen
- Lebenslauf und bisherige berufliche Tätigkeiten.
- Ein konkretes Ziel für die nächste Beschäftigung.
- Relevante Stellenanzeigen oder Anforderungen.
- Passender Kurs mit Inhalten, Dauer und Zulassungsangaben.
- Fragen zu Lernzeiten, notwendigen Zusatzkosten und Lebensunterhalt.
Formuliere den Bedarf möglichst konkret: „Ich möchte Informationen aus Kundenanfragen strukturiert bearbeiten und Ergebnisse prüfen können“ erklärt mehr als „Ich brauche einen KI-Kurs“. Für einen Betrieb gehört dazu, wo diese Fähigkeit künftig eingesetzt werden soll.
So gehst du von der Idee zum geförderten Kursstart
- Ziel und Ausgangslage festhalten. Welche Aufgaben möchtest du künftig übernehmen oder im Team verbessern? Wer soll teilnehmen?
- Passenden Kurs mit FJI besprechen. Kläre Lerninhalte, Einstieg, Zeitmodell, Kosten und aktuelle Zulassungsunterlagen.
- Förderberatung nutzen. Arbeitgeber wenden sich an den Arbeitgeber-Service. Einzelpersonen stimmen sich mit ihrer Ansprechperson bei Agentur für Arbeit beziehungsweise Jobcenter ab.
- Den passenden Antrag vorbereiten. Reiche die für deinen Förderweg benötigten Angaben rechtzeitig ein. Für Qualifizierungsgeld ist der längere Vorlauf besonders relevant.
- Bewilligung und Kursdaten abgleichen. Prüfe, ob Kurs, Termin, Umfang und gegebenenfalls Gutscheinbedingungen zusammenpassen. Ein Beratungsgespräch ersetzt noch keine Förderentscheidung.
- Lernzeit und Umsetzung organisieren. Kläre Technik, Betreuung oder Vertretung. Im Betrieb sollte zusätzlich feststehen, wie die neuen Fähigkeiten anschließend genutzt werden.
FJI unterstützt bei der Kursauswahl und den Kursunterlagen. Die Agentur für Arbeit entscheidet verbindlich über die Förderung. Für Arbeitgeber bleibt außerdem die eigene Personal- und Einsatzplanung wichtig.
Häufige Fragen zur Förderung
Ist QCG dasselbe wie Qualifizierungsgeld?
Nein. Mit QCG ist hier die Beschäftigtenförderung mit möglichen Zuschüssen zu Kurskosten und Arbeitsentgelt gemeint. Qualifizierungsgeld ist eine eigene Entgeltersatzleistung mit besonderen Anforderungen an den strukturwandelbedingten Bedarf.
Kann ich Förderungen für denselben Kurs einfach addieren?
Nein. Insbesondere Qualifizierungsgeld und die Förderung nach § 82 sind für dieselbe Maßnahme keine frei kombinierbaren Bausteine. Lass die zulässige Finanzierung insgesamt prüfen, bevor du mehrere Leistungen einplanst.
Ist ein Bildungsgutschein nur für Arbeitslose?
Er kann auch bei drohender Arbeitslosigkeit und im Rahmen einer Beschäftigtenförderung relevant sein. Die Ausgangslage bestimmt, welche Voraussetzungen und welcher Ablauf gelten.
Sind 100 % Kursförderung gleichbedeutend mit keinen Kosten?
Eine vollständige Übernahme der bewilligten Lehrgangskosten kann möglich sein. Zusätzlicher organisatorischer Aufwand, nicht bewilligte Kosten oder verbleibende Personalkosten sind gesondert zu betrachten. Lass dir die einzelnen Positionen erklären.
Ist jeder KI-Kurs automatisch förderfähig?
Nein. Lernziel, Maßnahme und persönlicher beziehungsweise betrieblicher Förderbedarf müssen zum jeweiligen Instrument passen. Prüfe die konkreten Kursunterlagen, statt nur auf die Bezeichnung „KI“ oder eine allgemeine Anbieterzulassung zu vertrauen.
Was mache ich, wenn der gewünschte Kurs nicht bewilligt wird?
Kläre die Begründung und welche Voraussetzungen oder Unterlagen fehlen. Möglicherweise passt ein anderes Bildungsziel, Zeitmodell oder Angebot besser zur Ausgangslage. Entscheide über einen selbst finanzierten Start erst mit einer vollständigen Kostenübersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
Stand der Prüfung: 6. Oktober 2026. Die Darstellung ordnet die wichtigsten Förderinstrumente ein. Für den konkreten Umfang ist der Bewilligungsbescheid maßgeblich. Die Beispiele und Rechenannahmen dienen der Orientierung.
Starte mit deinem Lernziel. Vergleiche die drei KI-Weiterbildungen und kläre anschließend, welche Förderung zu deiner Situation passt.
Finde die Weiterbildung, die dich weiterbringt.
Besprich mit FJI deine Ausgangslage, das passende Lernziel und die Kursunterlagen für deine Förderberatung.
